Zhu Rongji (1928–2026): Der Reformer, der China in die Welt öffnete und seine Widersprüche
Shownotes
Zhu Rongji, früherer chinesischer Premierminister, starb im Alter von 97 Jahren. Er gilt als einer der Architekten von Chinas Modernisierung: Er bekämpfte erfolgreich die Hyperinflation der 1990er Jahre, führte eine Steuerreform durch, stabilisierte den Renminbi während der Asienkrise und trieb Chinas Beitritt zur Welthandelsorganisation 2001 voran. Als Bürgermeister von Shanghai war er bekannt für Verwaltungsreformen und Direktheit – sein Spitzname „Ein-Stempel-Zhu" bezog sich auf seine Vereinfachung von Genehmigungsverfahren.
Doch sein Vermächtnis ist widersprüchlich. Die Umstrukturierung der Staatsunternehmen kostete 25–40 Millionen Menschen ihre Arbeitsplätze und Sozialleistungen. Kritiker argumentieren, dass er China zwar effizienter machte, aber wirtschaftlich zu abhängig von Exporten und ausländischem Kapital ließ. Zudem war er kein politischer Reformer – während Tiananmen 1989 deeskalierte er lokal, distanzierte sich aber nicht vom Massaker in Peking.
Mit seinem letzten Wunsch, nur als „sauberer Beamter" erinnert zu werden, machte er eine implizite Kritik an der grassierenden Korruption im heutigen China. In der Bevölkerung wird er verehrt, während die Partei mit der politischen Bewertung ringt.
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